Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Coaching und Psychotherapie

Auch wenn manche der im Coaching verwendeten Methoden aus einem psychotherapeutischen Kontext stammen und Coaching für viele Menschen positiver konnotiert ist als Psychotherapie, da diese oft mit Defiziten oder Pathologie assoziiert wird, ist es sinnvoll, beide Begriffe streng voneinander zu trennen. Während beim Coaching in erster Linie die Unterstützung des Individuums bei der optimalen Gestaltung seiner Rolle im Organisationskontext steht, kann Psychotherapie als Hilfe für Einzelne oder Familiensysteme im Umgang mit psychischen Leiden verstanden werden.

Psychotherapie in der Praxis

Hauptziele der Psychotherapie

Dabei ist das Hauptziel der Psychotherapie die Befreiung von Symptomen mit Krankheitswert und die Wiedererlangung der psychischen Gesundheit. Die angewandten Behandlungs- bzw. Beratungsmethoden können dabei durchaus ähnlich sein. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass viele der im Coaching verwendeten Interventionen aus einem psychotherapeutischen Kontext stammen. Zwar kann Coaching im Nebeneffekt ebenfalls Symptome reduzieren und damit einen wichtigen Beitrag zur Psychohygiene leisten, stehen allerdings psychische Erkrankungen im Vordergrund, so ist Coaching nicht indiziert.

Auf der anderen Seite sind viele psychotherapeutische Ansätze entlang der Privatwelt von Menschen entwickelt worden und viele Psychotherapeuten wissen nicht, wie sie Probleme behandeln sollen, die ihren Ursprung in der Berufswelt und nicht der Persönlichkeit des Klienten haben. Man kann also dem Coaching einerseits die Funktion als „Therapie gegen berufliches Leid“ und andererseits als „Unterstützung beruflicher Freude“ zuschreiben.

Unterschiedliche Zielsetzungen im Coaching

Während sich beim Coaching die Zielgruppe aus Personen mit Führungs- und Managementrollen im beruflichen Kontext zusammensetzt, gibt es bei der Psychotherapie keine Einschränkung der Zielgruppe. Derweil der Coach den Beratungsprozess nach den Anliegen des Kunden ausrichtet, wobei der Kunde die Verantwortung für sein Handeln behält, übernimmt der Therapeut, je nach Therapieverständnis und Schwere der Krise, in starkem Maße Verantwortung nicht nur für den Prozess, sondern auch für Inhalt und Ablauf der Therapie.

Auch bei der Kostenübernahme bestehen wesentliche Unterschiede. Beim Coaching werden die Kosten meistens teilweise oder ganz von einer Organisation, vor allem aus der Wirtschaft, getragen. Dagegen werden die Kosten bei der Psychotherapie teilweise oder ganz von den privaten oder gesetzlichen Krankenkassen übernommen.